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Steigende Auslastung – Aufschwung in Sicht

 

Zur Jahrtausendwende mündete die Konjunktur in der Elektrotechnik in einem Boom; der Umsatz stieg in allen Sparten zwischen 10,99% (Herstellung von Geräten zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung) und 26,58% (Rundfunk- und Nachrichten-technik) an. Das Umsatzwachstum setzte zusätzliche Investitionen frei und schuf damit neue Kapazitäten. Die in der Folge unterschiedlich schnell und stark eintretende Abkühlung bildete den Ausgangspunkt für einen tief greifenden Einschnitt in der Sparte Herstellung von Büromaschinen, Datenverarbeitungsgeräten und -einrichtungen; dies stabilisierte sich erst 2004 und 2005.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grafik 1 D&B und DLM

Quellen: Statistisches Bundesamt, D&B und DLM

 

 

Die Büromaschinen und Datenverarbeitungshersteller verzeichneten seit 2000 einen kräftigen Umsatzeinbruch, der besonders mit dem seit 2003 verstärkt eintretenden Preisverfall zu einer Krise innerhalb der Branche führte. Sowohl im Inland als auch im Ausland ging der Umsatz stark zurück. Während der Export 2004 wieder leicht zulegen konnte, stellte sich im Inlandsgeschäft erst 2005 eine deutlich sichtbare Erholung ein.

 

Der Abbau von Produktionskapazitäten in den rezessiven Jahren kommt auch beim Beschäftigtenverlauf zum Ausdruck. Die Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten bauten bereits seit 1999 Personal ab (2000: -8,92% gegenüber 1999). Nachdem sich 2001 die Zahl der Beschäftigten kurzfristig sogar leicht erhöhte (+1,60%), beschleunigte sich in der Folge der Beschäftigungsrückgang; seit 2001 sank die Beschäftigtenzahl um knapp 25% auf 26.753. Die Arbeitsproduktivität je Beschäftigten blieb im dargestellten Zeitraum nahezu unverändert und schwankte zwischen 391.773 Euro (1999) und 467.490 Euro (2005). In der Kennzahl kommt die geringe Fertigungstiefe zum Ausdruck. Die Sparte Herstellung von Büromaschinen und Datenverarbeitungsgeräten hatte demnach schon vor der Jahrtausendwende den zu Beginn beschriebenen Wandel in weiten Teilen vollzogen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grafik 2 D&B und DLM

Quellen: Statistisches Bundesamt, D&B und DLM

 

 

Im Gegensatz zu den Büromaschinen- und Datenverarbeitungsgeräteherstellern

kühlte sich 2001 und 2002 die Konjunktur bei den Herstellern von Geräten zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung nur leicht ab und nahm keinesfalls rezessive Ausmaße an. Zum einen ging der Umsatz 2001 und 2002 nur wenig zurück und zum anderen erwies sich der Export als entscheidende Stütze, der 2004 den Aufschwung einläutete. Die Investitionen, welche seit 1999 bis 2001 stetig wuchsen, brachen lediglich 2002 stark ein und zeigten in den Folgejahren, dass die Betriebe optimistisch gestimmt waren. Und dies obwohl das verlangsamte Umsatzwachstum 2005 – unter anderem auch im Export – darauf hindeutete, dass es dem Aufschwung an Dynamik mangelt. Während das Auslandsgeschäft von der seit 2003 wieder gestiegenen Nachfrage profitierte und die Sparte stützte, erholte sich das Inlandsgeschäft 2004 ebenfalls, stagnierte jedoch im zurückliegenden Jahr.

 

Die Veränderung in der Angebotsstruktur – ausgehend von der neuen strategischen Ausrichtung auf der Seite der Abnehmerindustrien – führte in Verbindung mit der konjunkturellen Schwächephase 2001 und 2002 zu einem deutlichen Beschäftigungsrückgang. Während im Zuge des Umsatzwachstums um die Jahrtausendwende die Zahl der Beschäftigten bis auf 442.539 (2001) stieg, verzeichnete die Sparte in der Folge einen bis 2005 andauernden Rückgang. Die Zahl der Beschäftigten sank in den Jahren 2001 bis 2005 um 8,27% auf 406.056. In der Kennzahl Arbeitsproduktivität je Beschäftigten, die im Zeitraum 1999 bis 2005 um über 28% zunahm, kommen die technische Produktivitätssteigerung aber auch die vermehrte Ausgliederung an Dienstleister und das erweitere Leistungsspektrum zum Ausdruck. Vor allem Produkt begleitende Dienstleistungen machen hier einen Teil der Veränderung aus.

 

In der Rundfunk- und Nachrichtentechnik kühlte sich in den Jahren 2001 bis 2003 die Konjunktur ebenfalls merklich ab und zwar deutlich stärker als bei den vorgenannten Herstellern von Geräten zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung, jedoch in geringerem Maße als bei den Büromaschinen- und Datenverarbeitungsgeräteherstellern. Erwies sich der Export in den zwei anderen Sparten als wichtige Stütze, so zeigt sich in der Rundfunk- und Nachrichtentechnik ein anderes Bild: Der Auslandsumsatz ging im Zeitraum 2001 bis 2003 stärker zurück als der Inlandsumsatz. Im Jahr 2005 überflügelte der Export jedoch die Inlandsnachfrage kräftig und war für die Fortführung der konjunkturellen Erholung verantwortlich, trotz einer immer stärker werdenden negativen Preisspirale im internationalen Wettbewerb. Die Investitionen waren im Jahr 2002 stark eingebrochen und blieben negativ. Die Abschreibungen fielen höher aus als Neu- und Ersatzinvestitionen. Ein rückläufiges Wachstum in der Sparte ist die Folge.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grafik 3 D&B und DLM

Quellen: Statistisches Bundesamt, D&B und DLM

 

 

Der Verlauf der Beschäftigtenzahlen im dargestellten Zeitraum zeigt eine identische Entwicklung. So ist die Zahl der Beschäftigen nach einem kräftigen Anstieg in den Jahren 1999 bis 2001 auf 185.547 anschließend laufend stark um jährlich 4% bis 8% gesunken und liegt 2005 noch bei 149.788. Der Beschäftigungsabbau ist nur in Teilen auf die konjunkturelle Entwicklung zurückzuführen. Vielmehr zeigt sich in der Kennzahl Arbeitsproduktivität je Beschäftigten, die im Vergleich der Jahre 2000 und 2005 um 8,43% gestiegen ist, dass auch Rationalisierungs- und Umstrukturierungs-maßnahmen ihre Wirkung zeigen.

 

Die Gegenüberstellung des Beschäftigten-, Bruttolohn- und Gehaltssummenverlaufs geben zum einen Aufschluss über die Erhöhung der Tarif- und Effektivlöhne und weisen zum anderen auf Veränderungen in der Beschäftigtenstruktur hin. Bei den Herstellern von Büromaschinen und Datenverarbeitungsgeräten sank die Zahl der Beschäftigten mit der seit 2001 einsetzenden konjunkturellen Abkühlung bis 2005 um 24,9%, wogegen die Bruttolohn- und Gehaltssumme im gleichen Zeitraum lediglich um 17,93% zurückging. Diese Differenz ist zu einem wesentlichen Teil in den Tarifrunden 2002 und 2004 sowie in der Erhöhung der Effektivlöhne begründet. Die Ursache dafür liegt hauptsächlich in der Beschäftigtenstruktur: Die Anforderungen an die Qualifikation des Personals hat massiv zugenommen, was aufgrund der gestiegenen Nachfrage zu einer Erhöhung der Effektivlöhne geführt hat. Eine nahezu identische Entwicklung zeigt sich in den Sparten Herstellung von Geräten der Elektrizitätserzeugung und -verteilung sowie Rundfunk- und Nachrichtentechnik. Während die Beschäftigung im Vergleich der Jahre 2001 und 2005 bei den Herstellern von Geräten zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung um 8,27% sank, blieb die Bruttolohn- und Gehaltssumme nahezu unverändert (-1,25%). Gleiches kommt auch in der Sparte Rundfunk- und Nachrichtentechnik zum Ausdruck, wo die Beschäftigung um 19,31% zurückging und die Bruttolohn- und Gehaltssumme lediglich um 12,33% abnahm. Wie schon zu Beginn angeführt, stellen die standortbedingten Kosten, darunter Abgabenlast und Lohnkosten, besonders für in Deutschland produzierende Betriebe eine immer stärker werdende Benachteiligung dar. Demgegenüber stehen die leistungsfähigen Infrastrukturen und die gut ausgebildeten Arbeitskräfte, die speziell in forschungs- und entwicklungsintensiven Bereichen Vorteile gegenüber der internationalen Konkurrenz bringen.

Die anspringende Binnenkonjunktur sowie die positiven Wachstumsaussichten in den für die Branche Elektrotechnik wichtigen Märkten (China: BIP +8,5%, südostasiatische Schwellenländer: BIP +4,5%, neue EU-Mitgliedsländer: BIP +4,4%, USA: BIP +3,3%) dürften weiterhin für eine hohe Auslastung und eine positive Entwicklung der Konjunktur sorgen. Als Unsicherheitsfaktoren sind neben der binnenwirtschaftlichen Entwicklung insbesondere die steigenden Einkaufspreise bei den Rohstoffen und die 2006 anstehende Tarifrunde anzuführen. D&B und DLM erwarten hier eine erneute Erhöhung der Tariflöhne; die Rohstoffpreise werden sich jedoch voraussichtlich stabilisieren.

 

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