Schon Machiavelli dachte vernetzt Geschrieben am Donnerstag, 19. Januar 2006 von Administrator Elke Diehl hat eine Vision für den wirtschaftlichen Aufschwung
- und ein Buch darüber geschrieben
Das Tief der deutschen Wirtschaft - tägliches Thema in der Zeitung, im Fernsehen und für viele Arbeitslose bittere Realität. Ist das Problem hausgemacht? Mit Mut, Weitblick und Eigeninitiative zu lösen?


Betriebswirtin Elke Diehl, 38, aus Schwanfeld ist davon überzeugt und hat über ihre These ein Buch geschrieben.
Drei Jahre lang spukte die Vision, wie die deutsche Wirtschaft wieder flott zu kriegen ist, in ihrem Kopf herum. Im vergangenen Jahr hat Elke Diehl ihre Lösung in dem Buch "Machiavelli paradox - Unternehmensführung, Mitarbeiterführung, systemisches Coaching" veröffentlicht. "In vielen Unternehmen herrscht ein systemisches Ungleichgewicht", sagt die selbstständige System- und Mentaltrainerin. Diehl bildete sich nach ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau zum Betriebswirt weiter und hat lange in der Unternehmensführung verschiedener Firmen gearbeitet. Heute leitet sie in Kleinostheim bei Aschaffenburg eine Coaching-Agentur. Mittels Figuren aus Holz, Papier oder auch echten Personen lässt sie Unternehmer deren eigene Firma aufstellen und klärt auf visuelle Weise die Ursachen betriebsinterner Probleme. Zahlen verschafften häufig keine Klarheit, beispielsweise wenn die Motivation der Mitarbeiter gen Null geht oder der Kunde mit Absprung droht, erklärt Diehl. Man müsse vieles vernetzt sehen, von verschiedenen Seiten wahrnehmen. Und genau das sieht die Unternehmerin als das eigentliche Problem in der Wirtschaft: dass nur der wirtschaftliche Aspekt zählt. "Wir haben keine Wirtschafts-, sondern eine Systemkrise", sagt sie. "Chefs blockieren oder verweigern Entscheidungen, drücken Lieferanten und würdigen Altbewährtes nicht genug", zählt sie eine Reihe hausgemachter Fehler auf. Die Folgen: "Die Stimmung sinkt, die Mitarbeiter werden demotiviert". Dabei sei der Ausgleich von Geben und Nehmen immens wichtig, mahnt Diehl. Auch Mobbing und Beförderungen von Kollegen, die nicht für ihre Leistung, sondern für gute Kontakte belohnt werden, seien Gründe für Krisenstimmung. Unglaubliche Summen an Geld würden verschwendet, weil die Produktivität sinkt.

Systemisches Denken, erklärt Elke Diehl und wird beinahe ein wenig überschwänglich, sei ein "geniales Instrument". Sie übersetzt es mit vernetzt Denken. Das schaffe Erfolge und damit Jobs, hebe die Stimmung und kehre so die Spirale, die in Deutschland seit langem nach unten zeigt, um. Statt Kosten zu sparen und Entlassungen auszusprechen, was weniger Konsum zur Folge hat und wieder weniger Geld in die Unternehmen spült, sollten sich Firmen in Ordnung bringen. Der Ausdruck "gesund machen" gefällt Diehl in dem Zusammenhang besonders gut. Ein dreiviertel Jahr hat sie an "ihrem Machiavelli" geschrieben - und genauso lange gekürzt. "Das Buch soll ja gerade Führungskräfte mit wenig Zeit nicht abschrecken und in einem Rutsch lesbar sein", sagt sie und lacht. Niccolò Machiavelli (1469 bis 1527) war italienischer Politiker, Philosoph, Geschichtsschreiber und Dichter. Sein bekanntestes Werk, "Il Principe" ("Der Fürst"), handelt von der politischen Alleinherrschaft. Machiavelli gilt als einer der bedeutendsten Staatsphilosophen der Neuzeit. Auf die Frage, warum ausgerechnet der für Erfolg um jeden Preis und ohne Moral bekannte Machiavelli im Titel vorkommt, entgegnet Elke Diehl ehrlich, dass der Name Leser locken soll. Das sei aber keine Masche, um mehr Bücher zu verkaufen.
Was Diehl erreichen will, ist, dass ihre "Vision", wie sie ihre Theorie bezeichnet, weithin bekannt wird. "Nur wenn viele über das Thema Bescheid wissen, besteht die Chance, dass es wieder bergauf geht", sagt sie selbstbewusst. Außerdem habe schon Machiavelli vernetzt gedacht, fügt sie hinzu: "Er wusste, dass es Folgen für alle hat, auch wenn man nur an einem Schräubchen dreht".

"Machiavelli paradox - Unternehmensführung, Mitarbeiterführung, systemisches Coaching" von Elke Diehl umfasst 80 Seiten, ist im "Books on Demand"-Verlag erschienen und im Buchhandel für 9,90 Euro erhältlich. Infos zu Seminaren und Aufstellungswochenenden unter www.CoachingArt.de oder Tel: (0 60 27) 40 49 67.

Nicht eine Wirtschaftskrise, sondern eine Krise im System beutelt deutsche Unternehmen, sagt die Schwanfelder Betriebswirtin Elke Diehl. Über ihre Vision hat sie das Buch "Machiavelli paradox" geschrieben.


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