Abstimmung des EU-Parlaments zu Energieprojekten erfolgte ohne Klimaverträglichk Geschrieben am Freitag, 14. Februar 2020 von firmenpresse

Nach erfolgreicher Beschwerde fordern Deutsche Umwelthilfe und
Food and Water Europe erneute Abstimmung

Das EU-Parlament hat am 12. Februar 2020 den Weg für 55 neue Erdgas-Projekte
freigemacht, darunter neue LNG-Terminals und Pipelines. Ein Tag später hat nun
die EU-Ombudsfrau eine Überprüfung dieser Projekte veranlasst, die auf der
sogenannten "Liste der Projects of Common Interests (PCI)" aufgeführt sind.
Ausgelöst hat dies eine Beschwerde von Food and Water Europe. Die
Nichtregierungsorganisation bemängelt gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe
(DUH) die fehlende Überprüfung der Vereinbarkeit der geplanten Gas-Projekte mit
den Klimazielen der EU. Beide Organisationen fordern daher eine erneute
Abstimmung, sobald umfassende Informationen zur Klima- und Umweltverträglichkeit
der Projekte vorliegen. Die Projekte auf der Liste erhalten besonderen Zugang zu
öffentlicher Finanzierung.

Andy Gheorghiu, Politikberater und Campaigner Food and Water Europe: "Das
EU-Parlament hat unnötige und klimafeindliche fossile Gas-Projekte
durchgewunken, ohne volle Kenntnis über die Auswirkungen auf Umwelt und Klima.
Auch den Import von Fracking-Gas aus den USA nimmt das Parlament damit in Kauf.
Die EU-Ombudsfrau hat ihre Entscheidung zur Beschwerde über die mangelnde
Überprüfung der Klimaverträglichkeit erst nach der Abstimmung im EU-Parlament
veröffentlicht und ausschließlich die EU-Kommission zwei Tage vor der Abstimmung
darüber informiert. Das Beschwerdeverfahren hätte bereits vor der Abstimmung dem
Parlament bekannt gemacht werden müssen."

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der DUH: "Maßgabe für jede
energiepolitische Entscheidung muss heute sein, ob sie mit den Klimazielen
vereinbar ist. Die Erdgas-Projekte auf der PCI-Liste widersprechen den
Klimazielen deutlich - mit ihnen wird auf lange Zeit eine fossile
Energieversorgung festgeschrieben. Dass die EU-Ombudsfrau die Beschwerde zur
fehlenden Überprüfung der Klimaverträglichkeit angenommen hat, bestätigt dies.
Wir fordern die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen auf, den Prozess zu
stoppen, die Überprüfung der Klimaverträglichkeit nachzuholen und dann eine
überarbeitete Liste erneut zur Abstimmung vorzulegen. Bis dahin dürfen auf
keinen Fall Fördermittel für die Projekte ausgeschüttet werden. Ansonsten
verliert der Green Deal der EU-Kommission jede Glaubwürdigkeit."

Die Lebensdauer von LNG-Terminals und Pipelines beträgt mindestens 30 bis 50
Jahre. Damit ist jetzt schon klar, dass diese Infrastruktur dem Ziel der EU, bis
2050 klimaneutral zu werden, widerspricht. Die Entscheidung der Europäischen
Ombudsfrau Emily O´Reilly, die Beschwerde zur fehlenden Überprüfung der Umwelt-
und Klimaverträglichkeit anzunehmen, kommt dabei nicht überraschend. Schon im
Vorfeld hatten Food and Water Europe und die Deutsche Umwelthilfe auf dieses
Manko hingewiesen.

Links:

Brief der Europäischen Ombudsfrau an die Kommissionspräsidentin:
http://l.duh.de/p200214

Zur PCI-Liste: http://ots.de/ffMJfv

Pressekontakt:

Andy Gheorghiu, Policy Advisor und Campaigner für Food and Water Europe
0160 2030974, agheorghiu@fweuorpe.org

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz DUH
0160 4334014, zerger@duh.de

DUH-Pressestelle:

Ann-Kathrin Marggraf, Marlen Bachmann, Thomas Grafe
030 2400867-20, presse@duh.de

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Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/22521/4520370
OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell


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