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Umsatz und Struktur – Zuwachs im Export

 

Trotz einer starken Binnenorientierung des Verlags- und Druckgewerbes – über 91% des Umsatzes erzielte die Branche 2005 im Inland – gewinnt der Export an Bedeutung. Seit 1999 bis 2005 stieg die Exportquote von 6,84% auf 8,97%. 2005 dürften voraussichtlich über 3,673 Milliarden Euro im Ausland erwirtschaftet werden. Nach einem starken Anstieg im Jahr 2000 auf 44,029 Milliarden Euro, brach der Umsatz in den folgenden drei Jahren ein und lag 2003 noch bei 40,425 Milliarden Euro. Die Mitte des Jahres 2004 wieder ansteigenden Werbeausgaben legten den Grundstein für einen höheren Umsatz in den vergangenen zwei Jahren. Im abgelaufenen Jahr erwirtschaftete das Verlags- und Druckgewerbe einen Umsatz von 40,771 Milliarden Euro. Der leichte Umsatzrückgang 2005 um 0,38% gegenüber 2004 wurde durch den geringer ausgefallenen Auslandsumsatz verursacht, welcher im gleichen Zeitraum um 4,25% zurückging.

 

Die stark konjunkturabhängige Branche des Verlags- und Druckgewerbes spürte deutlich die rückläufige Binnennachfrage und die schlechte Konsumentenstimmung. Darin lagen die Ursachen für die rückläufigen Umsätze in den Jahren 2002 und 2003 bei den werbestarken Branchen. Der Inlandsumsatz ging in den Jahren 2001 bis 2003 um 9,92% zurück auf 36,7 Milliarden Euro. Erst 2004 deutete sich die Erholung langsam an. Der Inlandsumsatz stieg im abgelaufenen Jahr gegenüber 2003 um 1,13%.

 

Der Anteil der neuen Bundesländer am Gesamtumsatz der Branche ist zwar immer noch relativ gering mit 8,92% im Jahr 2004, doch wies er im Zeitraum 1999 bis 2004 ein weit stärkeres Wachstum auf, als die Betriebe in den alten Bundesländern. Von 1999 bis 2004 konnten die Betriebe in den neuen Bundesländern den Umsatz nominal um über 34,1% steigern, wogegen in den alten Bundesländern der Umsatz gar um 4,4% sank. Dies erstaunt auf den ersten Blick, weil das Inlandsgeschäft in den neuen Bundesländern (2004: 92,95%) einen höheren Anteil am Gesamtumsatz ausmacht als in den alten Bundesländern (2004: 90,4%). Auf den zweiten Blick erscheinen die Gründe hierfür jedoch plausibel; die Betriebe in den neuen Bundesländern verzeichneten seit 1999 bis 2004 einen Exportzuwachs von über 194%, wogegen der Auslandsumsatz in den alten Bundesländern im gleichen Zeitraum lediglich um 29,32% wuchs.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über 50% des Umsatzes werden in drei Ländern erwirtschaftet

(Erfassungsgrad 99,5% aller Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten)

 

 

 

 

Anteil am Gesamtumsatz in %

(2004, Werte gerundet)

 

 

 

 

 

Über 15%

 

15 – 10%

 

 

 

 

 

9,9 – 5%

 

4,9 – 1%

 

 

 

 

 

Unter 1%

 

Keine Angaben / keine Betriebe

 

 

Das Bundesland Bayern ist im Verlags- und Druckgewerbe mit einem Umsatzanteil von 21,72% (2004: 8.899 Milliarden Euro) tonangebend. Nordrhein-Westfalen folgt dicht dahinter (2004: 8,179 Milliarden Euro) und Baden-Württemberg liegt mit einem Umsatzanteil von 16,74% (2004: 6,852 Milliarden Euro) an dritter Stelle. Die Länder Bremen (2004: 207,57 Millionen Euro), Saarland (2004: 248,77 Millionen Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (2004: 363,27 Millionen Euro) stehen am Ende der Rangliste.

 

Von den drei umsatzstärksten Bundesländern konnten lediglich Bayern und Nordrhein-Westfalen in den Jahren 1999 bis 2004 den Umsatz leicht erhöhen mit einem Plus von 2,80% und 1,24%. In Baden-Württemberg ging der Umsatz um 11,04% zurück. Wie in anderen Branchen des verarbeitenden Gewerbes zeigt sich auch im Verlags- und Druckgewerbe, dass sich die neuen Bundesländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt positiv vom Branchenschnitt abheben. In Sachsen stieg der Umsatz um 13,38%, in Thüringen um 30,99% und in Sachsen-Anhalt sogar um 32,31%. Den höchsten Umsatzrückgang mussten die Betriebe in Hessen

(-13,23%) und Rheinland-Pfalz (-12,79%) hinnehmen.

 

Die exportstärksten Länder sind Bayern, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Bayern weist 2004 eine Quote von 14,07% auf und führt damit die Exporte an, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 12,33% und Nordrhein-Westfalen mit 10,29%. Im Gegensatz sind die Betriebe in Bremen fast ausschließlich binnenorientiert; 2004 erwirtschafteten sie 99,78% ihres Umsatzes im Inland.

 

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